Rezension "Die Kerzenzieherin"

Über die Autorin

„Caren Benedikt, geboren 1971, wuchs in einer norddeutschen Kleinstadt auf. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten und arbeitete danach als freie Journalistin. Heute lebt sie gemeinsam mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in einem kleinen Ort bei Bremen. Weitere Informationen unter www.caren-benedikt.de“ Quelle

Klappentext

Eine Verschwörung, ein Mord und eine einzige Zeugin

Hattingen 1225: Die Novizin Ellin wird zufällig zur Mitwisserin einer Verschwörung gegen den Erzbischof von Köln. Ellin muss fliehen: Sie legt ihr Novizinnengewand ab und schafft es, sich in Bremen als Kerzenzieherin ein Neues Leben aufzubauen. Doch schon bald holt sie ihre Vergangenheit wieder ein, und Ellin begreift, dass ihr Wissen sehr gefährlich und ihre Flucht noch lange nicht vorbei ist…

Leseprobe

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Cover

Das Cover finde ich durchschnittlich. Ich finde es sieht einfach sehr typisch nach historischem Roman aus, und im Laden wäre es wohl nicht besonders herausgestochen. Es ist zwar immerhin eine Kerze zu sehen, aber ich finde man hätte es noch ein wenig mehr mit dem Titel verknüpfen können.

Über das Buch

Die junge Novizin Ellin belauscht auf Burg Isenberg unabsichtlich, wie der Graf und seine Kumpane die Entführung des Erzbischofs zu Köln planen. Als diese sie bemerken, kann sie nur mit Mühe und Not entkommen und befindet sich plötzlich auf einer Flucht ins ungewisse. In dem kleinen Dorf Selete trifft sie auf die gutmütige Berblin, die sie bei sich aufnimmt. Dort beginnt Ellin, mit dem Kerzenziehen. Doch ihre Verfolger sind ihr dicht auf den Fersen, denn Ellin stellt als einzige Zeugin eine zu große Gefahr für sie dar. Und so ist Ellin abermals gezwungen, zu fliehen.

Die Geschichte wird aus der Sicht eines übergeordneten Erzählers erzählt. Dabei wechselt das Geschehen zu den verschiedenen Protagonisten, darunter natürlich Ellin, aber auch Graf Friedrich von Isenberg und der neue Erzbischof Molenark. Dadurch war die Handlung sehr dynamisch, und man wusste auch, was die anderen Parteien so treiben. Besonders die Szenen bei Ellins Verfolgern fand ich immer sehr interessant, danach hat man mit Ellin noch mehr mitgefiebert, weil man wusste, wie dicht ihre Häscher schon auf ihren Fersen sind.

Die Charaktere sind sehr divers. Unsere Hauptprotagonistin Ellin ist als Waise im Kloster aufgewachsen, zweifelt jedoch daran, ob der Weg als Nonne wirklich der richtige für sie ist. Als sie das Gespräch belauscht, ist ihr gleich klar, dass sie dies melden muss, und selbst als sie bereits auf der Flucht ist, ist es ihr Ziel, die Übeltäter ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Ihr junges Alter und ihre Naivität merkt man ihr besonders am Anfang sehr an und es wird schnell deutlich, wie behütet sie im Kloster aufgewachsen ist. Insgesamt hat sie auf ihrer Flucht unglaublich viel Glück gehabt, denn gerade in der damaligen Zeit hätte es viel schlimmer für sie enden können. Zum Glück ist nicht jeder, der ihr begegnet, ein schlechter Mensch.

Weitere wichtige Charaktere sind natürlich Graf Friedrich, der hauptsächlich durch seine Gier glänzt, sowie der neue Erzbischof von Köln, Heinrich Molenark. Dieser ist durch und durch ein Kirchenmensch, aber einer, von der guten Sorte, der tatsächlich auch noch die Bescheidenheit kennt, und sich nicht wie ein Goldesel bepackt. Ganz essentiell für die Geschichte ist auch Ellins Freundin Berblin. Sie war mein Lieblingscharakter, weil sie einfach eine starke Frau ist, die sich auch in einer männerdominierten Welt alleine durchschlagen kann. Eine klasse Person.
Die Story war insgesamt gut durchdacht und blieb die meiste Zeit spannend. Ellin bekommt nicht viel Zeit zum Luftholen. Ihre Verfolger sind ihr immer dicht auf den Fersen und haben auch kein Problem mit Gewalt und Mord. Zwischenzeitlich habe ich mich ein klein wenig gewundert, wie viel Glück Ellin doch auf ihrer Flucht hat. Ein klein bisschen weniger hätte es auch getan, insgesamt haben sich gute und schlechte Erfahrungen aber einigermaßen die Waage gehalten. Besonders spannend fand ich die geschickte Verwebung von Tatsache und Fiktion, denn die Verschwörung um den Tod des Erzbischofs von Köln gab es wirklich, ebenso wie einige andere der vorkommenden Charaktere und Orte.

Fazit

Die Kerzenzieherin ist ein spannender historischer Roman mit einer starken Charakteren und einer interessanten Handlung, die sogar einige Krimi-Elemente aufweist. Der Schreibstil ist fließend und lässt einen mitfiebern. Insgesamt ein tolles historisches Lesevergnügen mit einem wahren Kern.

An dieser Stellen vielen Dank an Leserunden.de und den Knaur Verlag

Liebe Grüße
Eure




                Meine Bewertung



Weitere Infos

Die Kerzenzieherin
Caren Benedikt
Taschenbuch
624 Seiten
ISBN: 978-3-426-51294-4
Preis 9,99 €









Kommentare:

  1. das Weltbild Cover finde ich schöner! ich habe das buch schon länger auf meinen SuB...musste es damals gleich bei Weltbild haben, da mir "Die Duftnäherin" von der Autorin soo gut gefallen hat! Nun erinnerst du mich, dass ich es endlich mal lesen sollte!
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Hallo Martina,
      schön das du den Weg hierher gefunden hast :-) Das Buch war echt schön, also schnell ran an die Seiten.^^
      Die Duftnäherin habe ich leider noch nicht gelesen, aber der Klappentext hat sich spannend angehört, und ich glaube über kurz oder lang wird es auch noch seinen Weg in mein Regal finden.
      Liebe Grüße
      Jana

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